über black-tech

black tech ist Musikerin und bildende Künstlerin. Aufgewachsen in der Nähe des Hüttenwerks Oberhausen (HOAG/TNO), prägten sie früh die Bilder und Klänge der Schwerindustrie: der rotglühende Himmel beim Abstich, das rhythmische Arbeiten der Walzwerke und die monumentale Präsenz von Stahl, Hitze und Maschinen. Diese Industrielandschaft wurde zu einem zentralen Element ihrer Wahrnehmung und später ihres künstlerischen Ausdrucks.

Ihre Kindheit war von schwierigen familiären Verhältnissen geprägt. Eine wichtige Konstante war die enge Beziehung zu ihrem Vater, der selbst im Walzwerk arbeitete. Durch ihn blieb die emotionale Verbundenheit zur Industrie bestehen. Nach einer weiteren belastenden Lebensphase, die sie über Jahre von ihrer Kunst entfremdete, fand sie schließlich zu ihrer künstlerischen Identität zurück.

Sie wandte sich erneut der elektronischen Musik zu und entwickelte ihren charakteristischen Sound weiter. In ihren Kompositionen verbindet sie ihre tiefe Verbundenheit mit der Welt der Kokereien - dem Feuer in den Heizzügen, dem lodernden Koks im Löschwagen, den Steigrohren, Rohrleitungen und den präzisen, sich stetig wiederholenden Abläufen der Prozesse - mit ihrer Faszination für Astronomie und Science Fiction. Füll- und Löschwagen werden zu Klangquellen, stählerne Konstruktionen zu atmosphärischen Räumen, in denen Energie, Transformation und Zeit hörbar werden.

black tech entwickelt eine eigenständige Klangsprache zwischen Electronica, Downtempo, Dark Ambient, Industrial und experimenteller Elektronik. Ihre Tracks zeichnen sich durch maschinenartige Rhythmen, metallische Klänge und Geräuschen aus der Kokerei, entstanden durch Field Recordings, aus. In jüngeren Arbeiten tritt eine deutliche Vorliebe für Subbass Strukturen hervor, ergänzt durch futuristische Klanglandschaften, die Assoziationen an Science Fiction und technische Imaginationsräume wecken.

Der Track "Hochofen A" ist beispielhaft für diesen Ansatz: Er verzichtet auf konventionelle Songstrukturen und setzt auf eine atmosphärische Entwicklung, in der Klang, Raum und Rhythmus zu einer akustischen Architektur verschmelzen. Industrielle Geräusche fungieren als strukturelle Elemente, während futuristisches Sounddesign den Klangraum in die Zukunft öffnet.

Der Dreh und Angelpunkt ihrer Arbeit bleibt die Kokerei. Feuer, Kohle, Wasser und Luft - die vier Elemente der Prozesse frei nach griechischen Philosophen Empedokles - bilden die Grundlage ihrer visuellen und musikalischen Sprache. Ergänzt wird dies durch chemische und astronomische Parallelen: Stoffe wie Anthracen, die sowohl im Rohteer der Kokerei als auch im interstellaren Raum vorkommen, verbinden industrielle Realität mit kosmischer Weite. So entsteht eine Kunst, die aus Prozessen, Materie und Energie hervorgeht und diese in Klang und Bild übersetzt.